Gastronomie

Osteria

Der Lambrusco und die Kueche

 

Es ist schwer zu sagen, ob zuerst die modenaer Küche mit ihren bewährten, bis heute überlieferten Formen der Tradition oder der Lambrusco entstand. Aus den wenigen historischen Nachweisen können wir entnehmen, dass sich unser Wein unter den anderen Weinproduktionen des Gebiets breit gemacht hat, indem er diese verdrängte, und dank seiner übertrefflichen Fähigkeit, dass er bestens zu den örtlichen Gerichten passt, im reinsten Sinne des Wortes zum Weinvon Modena wurde.
Die “Wahlverwandtschaft” zwischen dem Lambrusco und den Erzeugnissen der modenaer Kochkunst und der emilianischen Gastronomie im Allgemeinen ist eine der treffendsten und bewährtesten, so dass sie auch den heutzutage von Sommeliers angewandten strengen Regeln entsprechend uneingeschränkt akzeptiert wird.
Es handelt sich vornehmlich um “widersprüchliche” Kombinationen, bei denen dem Geschmack und anderen Merkmalen diejenigen des Weines gegenübergestellt werden: In unserem Fall wird nahrhaften Gerichten mit viel Fett und Kalorien mit einem sehr frischen, säuerlichen Wein mit mäßigem Alkoholgehalt zu Leibe gerückt, der darüber hinaus auch noch “prickelt” oder “schäumt” und aufgrund des Vorhandenseins von Tannin (es ist ein Rotwein !) trotzdem “stärkt” und bestens die Verdauung unterstützt.
Aber auch Kombinationen auf Basis der Ähnlichkeit fehlen nicht, wie zum Beispiel lieblicher Lambrusco zu Kuchen und Gebäck, die aber besser als gleichzeitig “übereinstimmend und widersprüchlich” bezeichnet werden können.
Auch der liebliche Lambrusco behält die typischen Eigenschaften der Frische, Säuerlichkeit und Lebhaftigkeit bei, die imstande sind, den Geschmack der Speisen zu “zügeln”.
Aber den Lambrusco DOP lediglich mit den Gerichten der Modenaer oder allgemein der emilianischen Gastronomie zu kombinieren, würde eine zu starke Einschränkung bedeuten: Ist der Lambrusco DOC doch wegen seines offenen und überschäumenden Charakters, wegen seiner Lebhaftigkeit und Leichtigkeit der ideale Protagonist, wenn man einen leichten Wein trinken will. Es ist der Wein für jede Gelegenheit, der sich sowohl für die traditionelle Gerichte als auch die Kreationen der Nouvelle Cuisine eignet.

Man könnte sagen, dass dieser „Nektar“ vom Glück geküsst worden ist: Er besitzt nämlich alle positiven Seiten des Weins, ohne unter den negativen zu leiden. Er ist frisch, duftend, tonisch, weist den richtigen Tanningehalt auf, ist gut verdaulich, weil wenig alkoholhaltig, angenehm, ohne je zu kompliziert zu werden. Es ist ein Wein, den man ohne Mühe und ohne Probleme trinkt, am besten jung. Und er braucht auch keine besondere Choreographie, um ihn sich munden zu lassen. Er weiß sicherlich gut, für sich zu einnehmend zu sein, und wir empfehlen Ihnen, ein Glas davon in einer sonst als unüblich betrachteten gastronomischen Kombinationen zu probieren.
Angemessen tanninhaltig lässt sich ungezwungen trinken man könnte meinen, der DOP-Lambrusco würde dem Tischgenossen raten, ihn auch bei sehr ungewöhnlichen gastronomischen Kombinationen zu probieren: Das unerwartete Ergebnis wird alle, von den leidenschaftlichsten Liebhabern bis zu denen, die einfach nur neugierig sind und die Geruchs- und Geschmackserlebnisse dieses unvergleichlichen Weines erfahren möchten, überraschen.
Ohne Zweifel die herausforderndste Kombination, aber auch die mit den besten Ergebnissen und ein Vorbote künftiger Entwicklungen, ist die mit dem Nationalgericht im wahrsten Sinn des Wortes: der Pizza. Der berühmteste Wein Italiens kann sich doch bestimmt das berühmteste italienische Gericht erlauben! Mit dem Ergebnis, dass eine wirklich glückliche Verbindung zwischen Nord und Süd gefeiert wird. Mit einer besonders raffinierten und reich belegten Pizza, wie die Pizza „Vier Jahreszeiten“ oder mit einer leckeren Pizza ohne Tomaten und mit Pancetta- und Raukebelag, ist nichts angebrachter als ein Lambrusco DOP: rot, schäumend, in der Lage, den Geschmack jeder einzelnen Zutat zu unterstreichen und den Gaumen zugleich wieder aufnahmefähig zu machen, um die anschließenden Gänge besser zu genießen und dabei die Verdauung zu fördern.
So kam es dazu, dass der Lambrusco di Sorbara, der Lambrusco Salamino di Santa Croce, der Lambrusco Grasparossa di Castelvetro und der Lambrusco di Modena die geschützte Ursprungsbezeichnung DOP bekommen haben.